Eigentlich sollten nur die inzwischen blinden Fensterscheiben des Eingangs ausgetauscht werden. Realisiert wurde eine neue Holzkonstruktion mit in die Verglasung integrierter Photovoltaik zur Stromerzeugung. Die Solarzellen sind von innen aus durchsichtig und dienen auch als Sonnenschutz. Gegen Überhitzung sind im unteren Bereich der Fassade Klappfenster zu Belüftung eingebaut und einfache Ventilatoren oben lärmmindernd in Richtung Dachfläche. Die Wände des offenen Treppenraumes sind mit Lehmputz gestaltet.
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Energiesparendes Bauen…
… beginnt bei der Beachtung der Himmelsrichtung und der entsprechenden Sonnenstände. Ein Sonnenstandsdiagramm kann hier entscheidende Eckpfeiler für den Entwurf des Baukörpers geben. Es geht um Wärme und Licht. So wird ein vermeintlich „simpler Anbau“ zu Architektur. Im Beispiel hier wird die Wohnraumerweiterung das bisherige Wohn-Esszimmer verdunkeln. Die Aufgabe ist dies möglichst weit zu reduzieren. Die Zeichnungen sprechen für sich.
Wenn die Bauform gewählt ist, stellt sich als nächstes die Frage nach der Einfachheit der Konstruktion, um die Kosten im Rahmen zu halten. Kann mit vorgefertigten Wand- und Dachelementen gearbeitet werden? Der Anbau befindet sich hinter dem Haus. Wie kommen sie dahin? Mauerwerk verursacht mehr Baudreck im Garten als eine Holzkonstruktion. Sind Steko-Holzmodule überzeugend? Kann die Außentüre an der Giebelwand angeordnet werden? Dann würde die Schrägverglasung deutlich günstiger?
Bei aller Freude an der Sonne darf der sommerliche Wärmeschutz nicht vergessen werden. Es wird auch die Frage beantwortet werden, wie die hier gewonnen Sonnenwärme dem dahinter liegenden Haus zu Gute kommen kann.
Es sind nicht nur die großen Projekte interessant. Auch „Kleinkram“ will ernst genommen und sorgfälltig bedacht werden. „Kleine feine Räume“ nenne ich das.
Solarhaus in Ziegel, Holz, Lehm und Glas
Ein modernes Solarhaus ist eine Synthese aus passiver und aktiver Nutzung von Sonnenenergie. Das beginnt beim Erkennen der Himmelsrichtungen, der Verschattungen in den relevanten Höhen und es endet nicht bei der möglichst einfachen und trotzdem besonders effizienten Haustechnik. Dazu gehört auch die Abstimmung der Stärke Wärmedämung mit den besonnten Fensterflächen, den (Wand-)Heizflächen und der Zonierung der Räume, also dem Gebäudeentwurf.
Hier war die Aufgabe oben gesagtes in einer modernen Architektur jenseits der falsch verstandenen Entwürfe „im Bauhaus-Stil“ zu realisieren. Der Vorentwurf zeigt ein luxuriöses Einfamilienhaus mit passiver und aktiver Solarnutzung unter Berücksichtung des sommerlichen Wärmeschutzes. Die Grundbaustoffe sind, wie die Überschrift sagt, Ziegel, Holz, Lehm und Glas .
Drei Eigentumswohnungen
Es sollen zwei Erdgeschosswohnungen und ein Penthouse entstehen, das Erdgeschoss in Ziegelmauerwerk, das Dachgeschoss in Steko-Holzmodulbauweise, da so die Statik einfacher ist. Während der Werkplanung wird besonders auf den sommerlichen Wärmeschutz zu achten sein.
Zum Pflichtenheft gehört auch ein solares Heizsystem, dass zu mindestens 90 % ohne zusätzliche Energie auskommt. Daher wird die Dachfläche vollständig für thermische Solarkollektoren reserviert werden. Die Frage des Wärmespeichers wird noch spannend.
Eine gute Zonierung öffentlicher, halböffentlicher bis privater Bereiche innerhalb der Wohnungen wird mit einer klaren Grundrisstruktur erreicht.
15.000+
Neubau eines Gewächshauses zur Pflanzenproduktion. 1. Bauabschnitt 15.000 m². Zur besseren Klimasteuerung eine Doppelfolienkonstruktion. Weitere Bauabschnitte. Einbau von Werkstatt und Sozialräumen. Holländischer Sichtziegel außen und innen und Holzbalkendecken. Pflegeleicht, robust, angenehm.
Perfekt das Zusammenspiel Bauunternehmer – Bauherr – Architekt. Interessant das Genehmigungsverfahren.
Wohnen 2000 – Eine Solarsiedlung
Der Wettbewerb wurde Mitte der 1990er Jahre ausgelobt. Es waren Entwürfe gefordert, die auf zur damaligen Zeit wirtschaftlich realisierbaren Fundamenten standen. Den Entwurf hatten das Architekturbüro Olaf Paproth in Kooperation mit Dipl.Ing. Arch. Gisbert Dahmen-Wasserberg erarbeitet.
Wenn ich mir den Entwurf heute, rund 20 Jahre später, ansehe, muss ich feststellen, dass er noch immer so innovativ ist, wie zu seiner Zeit. Gelernt haben alle am Bau Beteiligten seitdem kaum etwas. Allein Wärmedämmung wird inzwischen ernst genommen und bis zum sinnfreien „Dämmwahn“ getrieben. Die andere moderne Variante ist die sinnfreie Übertechnisierung durch angeblich „intelligente“ Haustechnik.
Verstanden wurde nicht viel. Die zeitgenössische Architektur ist entweder nach wie vor banal oder oberflächlich und, vor allem, egozentrisch.
Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, den nicht nur Frederik Vester und Christopher Alexander populär zu machen versuchten. Gute Vorbilder gab es auch damals schon. So z.B. die Wohnanlage „Biosolarsiedlung“ in Zuffenhausen von Eble und Sambeth oder Köln „Blumenberg“ vom Architekturbüro Raimund Stewen. Eble und Stewen sind nicht zufällig beide Gründungsmitglieder des inzwischen 30 Jahren alten „Bund Architektur und Umwelt B.A.U.“.
Immer wieder stellt Peter Breidenbach, Inhaber der Firma Claytec – Baustoffe aus Lehm und auch beteiligt am Projekt „Blumenberg“, die Frage warum ein etabliertes Lehmbauunternehmen wie seins (und die der Mitbewerber), nicht längst auf Augenhöhe mit der Gipsindustrie seien. Dem einen erscheint die Frage größenwahnsinnig. Vielleicht ist das so. Aber denken Sie drüber nach. Warum ist Aldi kein Bioladen? Aldi würde alles verkaufen. Wohnen 2000 im Jahr 2016. Schaun wir mal.
Die Einfamilienhäuser
Erläuterungsbericht
Gründer- und Kreativzentrum
Für einen Investor: Entwicklung einer Konzeptidee zur Nutzung einer denkmalwerten Industrieanlage mit Büros und Werkhalle mit möglichst geringen, aber effektiven Mitteln.
Die Konzeptidee ist ein Gründer- und Kreativzentrum für junge Startups. Dazu werden die vorhandenen Büros mit wenig Aufwand renoviert und mit neuester Kommunikationstechnik versehen. In die Halle werden neue Arbeitsplätze eingebaut, so dass das Erdgeschoss auch für Veranstaltungen wie zum Beispiel Hausmessen genutzt werden kann.
Das Gebäude soll energetisch auf den Stand der Technik gebracht werden ohne die denkmalwerte Substanz zu beeinträchtigen. Die Solartechnik ist nicht nur zweckmäßig. Das sicht- und erlebbar machen fördert eine Atmosphäre fortschrittlicher Nachhaltigkeit.
Zur Verbesserung des Innenraumklimas werden Lehmputze eingesetzt. Zusätzliche Wärmedämmung erfolgt duch ein Holzfaser-Lehm-Innendämmsystem.
Schmal und gut in Holz und Lehm
Ein 12 m schmales Grundstück. Ein 6 m schmales aber 17 m langes Haus. Je eine vollwertige Wohnung im Erdgeschoss und Dachgeschoss, wenn die beiden Kinder ausgezogen sind. Die Dachform und -höhe erlaubt das Raumgefühl eines Vollgeschosses obwohl das das Obergeschoss baurechtlich ein Dachgeschoss ist. Im Gegensatz zu den üblichen Steildächern entsteht kein unnötiger, zu beheizender Luftraum.
Die Zufahrt erlaubt keine großformatigen Fertigteile und keinen Mobilkran. Die Wände sind in Steko (c) Holzmodulbausweise konstruiert. Die massiven Holz-Deckenplatten sind entsprechend der tragfähig des Krans bemessen. Nach einer Woche Bauzeit steht der Dachstuhl. Der Ausbau ist mit Lehm-Trockenputzplatten und Claytec Japanputz (heute Yosima) ausgeführt.
Krefelder Umweltzentrum
Ein Wettbewerbsbeitrag zur Erweiterung des Krefelder Umweltzentrums. Die Idee war die vollständige Integration des vorhandenen Gebäudes in die Erweiterung, so dass sich ein einheitlicher Neubau entwickelt. Der Entwurf sollte zweckmäßig und konsequent ökologisch sein. Gleichzeitig sollte die Architektur angemessen selbstbewusst ein Zeichen auch über die Stadtgrenzen hinaus setzen ohne egozentrische „Stararchitektur“ zu markieren.

Die Konstruktion ist eine reine Holzkonstruktion. Alle Baustoffe sind wiederverwendbar oder recycelbar. Der Bau ist PVC-frei geplant. Das große Flachdach ist extensiv begrünt aus bautechnischen und raumklimatischen (sommerlicher Wärmeschutz) Gründen. Es dient als Basis für die wasser- und luftführenden Solarkollektoren und Photovoltaikelementen.
Aktive und passive Sonnenenergienutzung in Verbindung mit einer auch be- und entlüftenden Luftheizungsanlage sorgt für ein angenehmes Raumklima den verschiedenen Nutzungsbereichen entsprechend.

Der rechte, weiße Gebäudeteil ist der vorhandene, mit neuen Fensterformaten ergänzt.
Die Ziele der Ausschreibung waren ambitionierter als das später zur Verfügung gestellte Budget. Die Chance wurde vertan.
Einfamilien-Passivhaus mit Büro
Ebenerdiges Wohnen im Erdgeschoss mit großer, zentraler Diele
Großzügige Büroräume im Dachgeschoss
Kellerersatzraum im Dachgeschoss mit Flaschenzug und breitem, pfostenfreien Fenster zur Beladung mit Segelsäcken und anderem Sperrigen
Die dänischen Fenster öffnen nach außen
Holzrahmenbauweise, Zellusosedämmung für guten winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz, Lehmputz



































