Archiv der Kategorie: Passiv- / Solarhaus

Vom Passivhaus zum Solarhaus

Anfang der 1990er: Das Grundstück hat es möglich gemacht das Haus zur Sonne zu öffnen. Während Passivhäuser durch beste Wärmedämmung, besondere Luftdichtigkeit und Be-und-Entlüftungsanlagen bestechen, fangen Solarhäuser Sonnenlicht und -wärme ein, passiv durch die richtige Architektur, aktiv mittels wasser- und luftführenden Solarkollektoren. Der Einsatz von transluzenter Wärmedämmung der Südfassade macht den Entwurf zum Nullenergiehaus.

Die Baukonstruktion: Holzrahmenbauweise mit Zellulosedämmung für winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz, Lehmputze. Baukosten damals: rd. 360.000,- DM.

ESP Schnitt p 800

ESP Grundrisse p 800

ESP Bauteile p 800

 

 

Solarfassade

RID Fassade 10 600        RID alt 600

Eigentlich sollten nur die inzwischen blinden Fensterscheiben des Eingangs ausgetauscht werden. Realisiert wurde eine neue Holzkonstruktion mit in die Verglasung integrierter Photovoltaik zur Stromerzeugung. Die Solarzellen sind von innen aus durchsichtig und dienen auch als Sonnenschutz. Gegen Überhitzung sind im unteren Bereich der Fassade Klappfenster zu Belüftung eingebaut und einfache Ventilatoren oben lärmmindernd in Richtung Dachfläche. Die Wände des offenen Treppenraumes sind mit Lehmputz gestaltet.

RID Innen 600 b   RID Eingang 600

 

 

Wohnen 2000 – Die Einfamilienhäuser

Die Basis der Entwurfsgedanken ist es mit einfachen, wirkungsvollen Mitteln ein Wohnhaus für den unbekannten Bewohner zu gestalten. Es ist eine Form gefunden die keine Utopie darstellt, aber dennoch ein deutliches Zeichen für das Bauen mit der Sonne setzt.

Die quadratische Form und die Geschossigkeit ermöglichen eine wünschenswerte Strukturierung des Grundrisses. Das Haus senkt sich nach Norden hin, zum Straßenraum, ab. Es schafft so eine gewisse Distanz. Dagegen lädt das Aufbrechen der strengen Form im Eingangsbereich den gebetenen Gast ein näherzutreten. (Siehe Zeichnungen)

Wo2 Grundriss

Nicht die Addition von Einzelräumen, sondern ein „räumliches Kontinuum“ ermöglicht ein kommunikatives Bewohnen des Hauses (akustisch + visuell). Die Gestaltung der Raumfolge bewirkt eine durchgehende, horizontale und vertikale Bewegung. Das schrittweise Erschließen des Hauses, vom öffentlichen in den privaten Bereich, wird durch die differenzierte Abfolge der Räume erreicht; durch Enge und Weite, durch Hell und Dunkel, durch die ungleich versetzten Geschosse und deren vertikalen Zusammenhang im Wintergarten.

WO2 Isometrie 2

Der Schnitt zeigt die Öffnung des Hauses nach Süden zur Sonnenenergiegewinnung mittels de Trombe-Wände und des in das Haus einbezogenen, unbeheizten Wintergartens. Der ist nicht nur angelehntes Accessoires, sondern ein Raum mit eigener, besonderer Qualität zwischen Innen und Außen. Deshalb führt der Weg aus dem Wohnzimmer in den Garten durch diesen Verflechtungsbereich.

Die Solarsiedlung
Erläuterungsbericht