Eine konstruktive Aufgabe für die Künstlerin Antje Seemann. Der ausgerollt etwa acht Meter lange Linolschnitt sollte kreisförmig, frei schwebend im Raum angeordnet werden. Da der „Siemenslufthaken“ meiner Lehrzeit noch immer nicht erfunden ist, mussten wir uns etwas einfallen lassen.
Die Tragkonstruktion sollte in einem normalen Kastenwagen transportabel sein, also aus Teilen zusammengesetzt werden können. Eine Hebebühne oder Hebezeug standen nicht zur Verfügung. Weiter sollten möglichst viele vorhandene, gebrauchte Teile aus der Werkstatt der Künstlerin zum Einsatz kommen, die nach der Ausstellung wieder verwendbar sind. Ja, auch Kunst hat mit Nachhaltigkeit zu tun. (Andere nennen es einfach „sparsam erzogen“. ) Die speziellen Rahmen der Bildteile wurden vom Architekten Hans-Günter Ockenfels gebaut.


Der Aufbau wurde selbst vorgenommen. Lange handwerkliche Diskussionen haben wir so vermeiden.







Für die weitere Ausstellung war es nötig, die Fenster und Glastüren „zu dimmen“. Licht sollte zwar herein kommen, aber nicht blenden. Gleichzeitig war es angebracht den Ausblick zu begrenzen, um die Atmosphäre der Ausstellung nicht zu stören.

Als Lehmbauer habe ich Lehmfarbe vorgeschlagen. Sie haftet auch auf Glasflächen und lässt sich nach Gebrauch einfach und ohne Lösemittel mit Wasser anfeuchten und abschaben oder abwaschen. Wird das sorgfälltig gemacht, kann die Farbe wiederverwendet werden. Auf ein schönes gleichmäßiges Bild kam es hier nicht an.




