Archiv der Kategorie: Interdisziplinäre Projekte

Wasserkreis

Eine konstruktive Aufgabe für die Künstlerin Antje Seemann. Der ausgerollt etwa acht Meter lange Linolschnitt sollte kreisförmig, frei schwebend im Raum angeordnet werden. Da der „Siemenslufthaken“ meiner Lehrzeit noch immer nicht erfunden ist, mussten wir uns etwas einfallen lassen.

Die Tragkonstruktion sollte in einem normalen Kastenwagen transportabel sein, also aus Teilen zusammengesetzt werden können. Eine Hebebühne oder Hebezeug standen nicht zur Verfügung. Weiter sollten möglichst viele vorhandene, gebrauchte Teile aus der Werkstatt der Künstlerin zum Einsatz kommen, die nach der Ausstellung wieder verwendbar sind. Ja, auch Kunst hat mit Nachhaltigkeit zu tun. (Andere nennen es einfach „sparsam erzogen“. ) Die speziellen Rahmen der Bildteile wurden vom Architekten Hans-Günter Ockenfels gebaut.

Der Aufbau wurde selbst vorgenommen. Lange handwerkliche Diskussionen haben wir so vermeiden.

Für die weitere Ausstellung war es nötig, die Fenster und Glastüren „zu dimmen“. Licht sollte zwar herein kommen, aber nicht blenden. Gleichzeitig war es angebracht den Ausblick zu begrenzen, um die Atmosphäre der Ausstellung nicht zu stören.

Als Lehmbauer habe ich Lehmfarbe vorgeschlagen. Sie haftet auch auf Glasflächen und lässt sich nach Gebrauch einfach und ohne Lösemittel mit Wasser anfeuchten und abschaben oder abwaschen. Wird das sorgfälltig gemacht, kann die Farbe wiederverwendet werden. Auf ein schönes gleichmäßiges Bild kam es hier nicht an.

Das Bad der Künstlerin

Es ist pünktlich fertig und zu sehen beim diesjährigen, 4. Offenen Atelier der Künstlerin: ein kleines, feines Bad. Im Keller gab es noch ein Fundus von farbigen Fliesen. Es sind die Reste des Familienbades im 2. OG und sollten verwertet werden. Antje Seemann hat 1:1 Entwürfe für jede farbige Fläche ausgelegt und jede einzelne Platte durchnummeriert. Nichts ist hier Zufällig. Gemeinsam haben wir damit exakte Fliesenpläne per CAD gezeichnet. Der Spiegel ist auf Lehmputz geklebt.

  
  

Das Bad ist Bestandteil eines Appartements in dem Jahrhundertwendehaus. Auch das Zimmer, der Flur und die Küche sind komplett modernisiert und neu mit Lehmputz aufgewertet. Der Lehmputz sorgt für guten Feuchteausgleich und eine angenehme Atmosphäre.

Hier auch das „Seerosenzimmer“ mit großformtigen Linoldrucken in schwarz-weiß und als farbige Mehrplattendrucke.

Das Apartement kann ab 2019 gemietet werden.

Planung: Antje Seemann, Olaf Paproth
Lehmputzarbeiten: Olaf Paproth
Anstricharbeiten: Antje Seeman