Warum Sie einen Architekten brauchen

Um es einfach und direkt zu sagen: Wenn Sie irgend ein Haus bauen lassen wollen, brauchen Sie keinen Architekten. Das können Bauträger, Generalunternehmer und Fertighaushersteller besser. Dann lesen Sie hier nicht weiter.

Wenn Sie aber etwas genau auf Sie Zugeschnittenes erwarten, dann brauchen Sie einen Architekten. Baukultur ist mehr als Häuser bauen. Was ein Architekt dazu beachten muss konnten Sie auf der Startseite lesen.

Ob Neubauten oder Modernisierungen, Wohnen oder Gewerbe, irgendeiner muss das Ganze im Blick haben – die Aufgabe des Architekten.

Es sind die Baustoffe, deren Haptik und Details, deren raumklimatische und wohngesunde Eigenschaften, die den Unterschied machen. Jedes Haus erzählt seine Geschichte und die der Menschen. Gleich in welchem Baustil und welcher Gebäudeart.

Es sind selten die großen Gesten, die gute Architektur ausmachen.

Nicht alle Entwürfe werden realisiert. Auch das gehört dazu.

Wasserkreis

Eine konstruktive Aufgabe für die Künstlerin Antje Seemann. Der ausgerollt etwa acht Meter lange Linolschnitt sollte kreisförmig, frei schwebend im Raum angeordnet werden. Da der „Siemenslufthaken“ meiner Lehrzeit noch immer nicht erfunden ist, mussten wir uns etwas einfallen lassen.

Die Tragkonstruktion sollte in einem normalen Kastenwagen transportabel sein, also aus Teilen zusammengesetzt werden können. Eine Hebebühne oder Hebezeug standen nicht zur Verfügung. Weiter sollten möglichst viele vorhandene, gebrauchte Teile aus der Werkstatt der Künstlerin zum Einsatz kommen, die nach der Ausstellung wieder verwendbar sind. Ja, auch Kunst hat mit Nachhaltigkeit zu tun. (Andere nennen es einfach „sparsam erzogen“. ) Die speziellen Rahmen der Bildteile wurden vom Architekten Hans-Günter Ockenfels gebaut.

Der Aufbau wurde selbst vorgenommen. Lange handwerkliche Diskussionen haben wir so vermeiden.

Für die weitere Ausstellung war es nötig, die Fenster und Glastüren „zu dimmen“. Licht sollte zwar herein kommen, aber nicht blenden. Gleichzeitig war es angebracht den Ausblick zu begrenzen, um die Atmosphäre der Ausstellung nicht zu stören.

Als Lehmbauer habe ich Lehmfarbe vorgeschlagen. Sie haftet auch auf Glasflächen und lässt sich nach Gebrauch einfach und ohne Lösemittel mit Wasser anfeuchten und abschaben oder abwaschen. Wird das sorgfälltig gemacht, kann die Farbe wiederverwendet werden. Auf ein schönes gleichmäßiges Bild kam es hier nicht an.

Fachberatung, Ingenieurleistungen, Gutachten

Nachhaltigkeit ist keine Alternative. Sie ist eine Grundvoraussetzung für gute Architektur. Es beginnt mit der Betrachtung historisch bewährter Bauweisen, denn was bereits gebaut ist, benötigt keine neuen Ressourcen. Den Altbaubestand zu ertüchtigen, damit er heutigen Ansprüchen genügt, ist aber nicht nur deswegen eine spannende Aufgabe. Neubauten werden meist schneller als gedacht zu Altbauten. Das sollte bei ihrer Planung bedacht werden.

Aufmaß eines denkmalgeschützten Arbeiterhauses

Altbaumodernisierung

  • Fachwerksanierung
  • Modernisierung von Jahrhundertwendehäusern
  • Innendämmung
  • Abdichtung von Baufeuchte
  • Energieberatung und Heizastberechnungen

Mein Angebot an Sie:

  • Bauherrenberatung
  • Bauaufnahmen, Aufmaße
  • Modernisierungskonzepte
  • Energieberatung und Heizlastberechnungen
  • Qualitätskontrolle
  • Gutachten (Bauschäden, Wertgutachten, Nachhaltigkeit)
  • Vorträge, Seminare, Schulungen
Neubau eines Penthouses im Holzmodulbauweise

Neubau

  • Lehm- und Holzbau
  • Solararchitektur
  • Siedlungsplanung

Eine gute Energieeffizienz allein bewirkt noch keine Nachhaltigkeit. Das gilt schon gar nicht, wenn umweltkritsche Baustoffe verwendet werden. Irgendwann müssen die Gebäude rückgebaut werden. Dann sollten sie Rohstoffquellen sein. Reuse, Recycling, Urban Mining wird heute genannt, was im Denkmalschutz lange Routine ist.

Heizlastberechnungen

Das Thema Heizlastberechnung ist nicht trivial, obwohl es gerne so dargestellt wird. Warum? Weil es um bestmögliche Energieeffizienz und um die Langlebigkeit Ihres Gebäudes geht. Ist das egal und möchten Sie nur „den Brenner“ austauschen, lesen Sie nicht weiter.

Baukonstruktion, Bauphysik und Heizungstechnik wirken gegenseitig auf einander. Das will zusammenhängend beachtet werden. Was Sie dazu hier lesen können ist:

  • Was ist eine Heizlastberechnung?
  • Wann ist sie notwendig?
  • Raumweise Berechnung vs. pauschal nur die Gebäudehülle?
  • Energieberatung mittels Heizlastberechnung?
  • Woraus besteht eine Heizlastberechnung?
  • Synergieeffekte
  • Ein Beispiel
  • Fazit

Was ist eine Heizlastberechnung?
Mit Heizlast wird der Wärmebedarf eines Raumes bzw. eines Gebäudes bezeichnet. Es werden die tiefste Außentemperatur des Standortes des Hauses bestimmt und ebenso die gewünschte Innentemperatur des Raumes. Daraus ergibt sich in unserem Klima ein Wärmeverlust innen. Die Raumwärme „fließt“ von innen durch die Wände, den Boden, das Dach etc. nach außen. Dieser Wärmeverlust muss ersetzt werden, damit der Innenraum konstant warm bleibt. Der Wärmeverlust entspricht dem Wärmebedarf, den die Heizung erzeugen muss. Das scheint ihr eine Last zu sein, deswegen „Heizlast“. Sie zu berechnen ist mit der DIN EN 12831-1 genormt.

Wann ist eine Heizlastberechnung notwendig?
Beim Heizungstausch, bei der Dimensionierung der Heizflächen und beim hydraulischen Abgleich der Heizanlage ist immer eine raumweise Heizlastberechnung notwendig.

Eine Berechnung nur über die Außenflächen eines Gebäudes hilft der Bestimmung der Heizflächen, also der Heizkörper, Wand- oder Fußbodenheizung nicht. Sie dient der überschläglichen Bewertung des Energiebedarfes.

Die raumweise Berechnung der Heizlast, also des Wärmebedarfs, ist die genaueste der üblichen Kalkulationen des Energiebedarfes eines Gebäudes. Ich nutze sie gerne schon beim architektonischen Entwurf eines Hauses, um seine Energieeffizienz grundlegend zu optimieren. Das Beginnt nicht erst bei der passiven Nutzung von Sonnenenergie durch Fenster. Je schlechter hier die Architektur ist, desto aufwendiger muss die Heiztechnik ausgleichen. Das gilt für den Winter und auch für den Sommer.

Energieberatung
Während es bei einem einfachen Heizungstausch ausreicht nur den Ist-Zustand zu berechnen, damit die Auslegung der Heizung perfekt ist und der hydraulische Abgleich gemacht werden kann, steckt jedoch deutlich mehr Potential in dem notwendigen Aufwand, der für eine solche Berechnung notwendig ist.

Der Wärmebedarf wird nicht von der Heizung verursacht, sondern von den jeweiligen Raumtemperaturen der verschiedenen Räume und von der Beschaffenheit des Gebäudes. Damit ist seine Architektur und seine Baukonstruktion gemeint.

Mit Hilfe von einfach und schnell zu erstellenden Varianten der Heizlastberechnung – es sind ja einmal alle Grundlagen zusammengestellt worden – bieten sich sehr konkrete Möglichkeiten zur Energieberatung. Jede Veränderung des Gebäudes kann sofort an ihrem Effekt auf den Wärmebedarf beurteilt werden. Was bringt ein Fensteraustausch mit Doppel- oder Dreifachverglasung konkret? Was eine Dachdämmung oder Dämmung der obersten Geschossdecke? Was muss baulich getan werden, damit das Haus Wärmepumpentauglich ist? Usw..

So lässt sich nicht nur pauschal, wie die alle anderen Energiebratungen, sondern präzise vorausberechnen, welche Energiesparmaßnahme wieviel bringt, welche früher oder später umgesetzt werden sollte.

Die Zusammenstellung der nötigen Grundlagen bzw. deren Erarbeitung stellen eine gute Grundlage einer vollständigen Hausakte dar.

Eine Heizlastberechnung besteht aus

  • der Grundlagenermittlung (Ortsbesichtigung, Pläne, Bauteilmassenberechnung, U-Wert- also Dämmwertberechnungen, Festlegung der Raumnutzungen und -temperaturen )
  • der eigentlichen Heizlastberechnung, raumweise, nach DIN EN 12851-1 (je nach Bedarf Varianten zur Energieberatung)
  • dem Fazit (Bewertetes Ergebnis, das in einem Gespräch ausführlich erläutert wird.)
  • Schriftliche und elektronische Berichte, damit weitere Planungen und Gewerke mit den Erkenntnissen weiter arbeiten können (Die Heizlastberechnung und ihre Grundlagen! gehört in die Hausakte genauso wie eine Baugenehmigung und Statik)

Welche Grundlagen nötig sind und welche Inhalte zu einer Heizlastberechnung gehören finden Sie auch in folgenden Info-Blättern für Sie zum Dowmload:

Grundlagen der Heizlastberechnung
Inhalte der Heizlastberechnung

Synergieeffekte

Ein Blick in die Liste der notwendigen Grundlagen zeigt Basisinformationen, die in einer gut geführten Hausakte enthalten sein sollten. Diese Informationen sind Pläne, Baugenehmigung, Wärmeschutznachweis, Statik usw. wie sie für eine Baugenehmigung vorgeschrieben sind. Aus ihnen können alle Gewerke wichtige, verbindliche Daten entnehmen, um z.B. präzise Angebote erstellen zu können.

Das Erstellen einer Heizlastberechnung beinhaltet nicht nur die eigentliche Berechnung, sondern notwendigerweise auch das Zusammenstellen oder ggf. Herstellen eben dieser Unterlagen der Hausakte. Dazu gehört u.a. die Flächenberechnung der Wände, Böden und Decken, wie sie für Renovierungsarbeiten benötigt werden. Die Schichtaufbauten der Bauteile sind nicht nur für U-Wert-Berechnungen notwendig, auch für Fragen des Schallschutzes, der Schimmelprävention oder bei baulichen Veränderungen und neuen Leitungsführungen. In der Regel sind die Hausakten recht lückhaft. Eine sorgfältige Grundlagenermittlung zur Heizlastberechnung schließt diese Lücken.

Wenn Fördermittel des Bundes zur Energieeffizienz beantragt werden sollen, sind für die dort vorgeschriebene Energieberatung die selben Grundlagendaten notwendig. Leider reicht hierbei eine Heizlastberechnung nicht aus. Umgekehrt ersetzt die Energieffizienzberatung nicht eine Berechnung der Heizlast. Mit den üblichen elektronischen Möglichkeiten können die Energieeffizienzexperten die Grundlagendaten der Heizlastberechnung einfach übernehmen. Sie müssen nicht doppelt erstellt werden.

Sie sehen, neben einer präzisen Planung von Energieeffizienzmaßnahmen und damit verbundener genauen Finanzplanung, bieten sich weitere, leider meist wenig beachtete Vorteile.

Ein Beispiel

Damit Sie einen ersten Eindruck erhalten, wie so eine Berechnung aussieht (wenn ich sie erstelle) und was sie beinhaltet, folgt hier ein Beispiel auf meiner Praxis.

Dies ist die erarbeitete Dateiliste:

Die folgenden Links führen zu diesen pdf-Dateien:

Grundlagenermittlung:

Heizlastberechnung, raumweise, nach DIN EN 12831-1:

Fazit

Sie werden erkannt haben, dass zwar ein gewisser Aufwand für eine sorgfältige Heizlastberechnung eingesetzt werden muss, aber auch, dass sich hier ein beachtliches Potential zur Verbesserung des Sanierungsprozesses und letztlich des Ihres Gebäudes anbietet.

Sicherlich werden Sie jetzt Fragen haben. Schreiben Sie mir eine Email, damit wir uns verabreden können.

Sachverständigenleistungen

Als verbandsgeprüfter Sachverständiger (VfB, Verband freier Bau- und Bodensachverständiger e.V.) biete ich Gutachten und Mediation bei

  • Schäden an Gebäuden
  • Wertermittlungen von bebauten und unbebauten Grundstücken.

Zusätzliche Schwerpunkte sind der Lehmbau und das ökologische, nachhaltige Bauen.

Hier haben wir den Hausbock gefunden und mittel Heißkuftverfahren chemiefrei beseitigt.

Innenraumklima für eine Orgel

Die denkmalgeschützte Kirche in Cappel beherbergt eine ungewöhnliche Orgel. Wie bereits berichtet muss die Heizung erneuert werden. Gleichzeitig gibt es einiges am Bauwerk instand zu setzen. Das Projekt dauert aus einer Reihe von Gründen länger als ursprünglich angestrebt. Derzeit ist die alte Heizanlage ausgebaut. Weitere Untersuchungen haben neue Erkenntnisse gebracht, die Anpassungen an der bisherigen Planung notwendig machen.

Die Orgel interessiert das alles aber nicht. Sie erwartet eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit. Zum Glück haben wir darauf bestanden, die nötige Einhausung gegen Baustellenstaub mit 60 mm dicken Holzfaserplatten auszuführen. Dadurch konnte ein deutlich besserer Feuchteausgleich innerhalb der Einhausung erreicht werden, als es durch die sonst üblichen Folien und Klimageräte erreicht wird. Den guten Sorptionsfähigkeiten des Holzfasermaterials ist dies zuzuschreiben.

Ich hatte vorgeschlagen, das Raumklima mittels eines Wand- und Fußbodenheizsystems zu gestalten. Die Außenwände könnten in dem Zusammenhang temperiert und deren Feuchte kontrolliert werden. Wandfeuchte und Raumtemperatur haben Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit, deren Wert für den dauerhaften Erhalt der Orgel entscheidend ist. Auf die notwendige Sanierung der Kanäle (konstruktiv, feuchteabdichtend, Entfernen künstlicher Mineralfasern) und des Schornsteins  der bisherigen Luftheizung könnte verzichtet werden. Da großflächige Sanierungsmaßnahmen des Innenputzes angeraten sind, würden Synergieeffekte nutzbar. Leider wurde der Architektin und mir nicht gefolgt, sondern auf ein veraltetes Luftheizsystem gesetzt, trotz hoher Kosten für eine notwendige Asbestsanierung.

Ohne Beton, ohne Zement

Wieder einmal ein Meldung über den sich weiter verschärfenden, weltweiten Sandmangel: „Ein begehrter Rohstoff: Sand“, wwf, 20.08.2021. Das hemmunglose – mit Verlaub – hirnlose Bauen mit Beton ist die Hauptursache. Für Beton gilt wie für alle Baustoffe, nicht jeder ist für alles gut. Beton hat spezielle, unschlagbare Eigenschaften. Aber ein Massenbaustoff, ein Allzweckbaustoff ist er nicht. Er ist nicht einmal einfach zu verarbeiten, sondern ausgesprochen anspruchsvoll.

Es geht auch anders: Hier mein erstes Haus 1989/90 für zwei Seniorensingels: ohne Beton, ohne Zement, ohne Ringbalken im Drempel, ohne Stahl (außer Schrauben und Nägel), mit gemauertem Fundament, minimalste Elektroinstalltion, konsequent baubiologisch. Die schräge Ecke ist dem Baufenster geschuldet.

 

Dank nutzungsgemäßer Temperaturzonierung wären wir mit einer Leistung von knapp 4 kW für die Gasbrennwerttherme ausgekommen. Eine solche konnten wir damals nicht kaufen. Die Dämmung? Zellulose im Dach, porosierter Dämmziegel in den Wänden, Zellulose im Holzbalken-Boden des EG.

 

Die Garage war übrigens gar nicht nötig, da die Bauherren kein Auto hatten. Es sollte eine 3 x 3 m kleine Fahrradgarage gebaut werden. Die wurde aber nicht genehmigt, da es ja so keine Garage sein konnte. Wir haben dann die maximalen 9 m Länge ausgeschöpft und so einen schönen Werkraum geschaffen – natürlich mit Gründach. Dennoch mussten 18 qm Grundstück überflüssiger Weise versiegelt werden.

 

Ertüchtigen des Tragwerks – eine Momentaufnahme

Bei alten, denkmalgeschützten Gebäuden, wie hier einem niederrheinischen Hallenhaus als Teil einer Hofanlage, lässt sich nicht alles vom Schreibtisch aus planen. Vieles wird vor Ort erkundet. Der Tragwerksplaner muss nachrechnen und mit dem Zimmermann Hand-in-Hand arbeiten, handwerklich richtige Lösungen zu finden. Der Architekt muss alles im Zusammenhang mit den geplanten Zielen halten, die Abstimmungen mit der Denkmalbehörde und den Fördergeldgebern vornehmen. Hier eine Momentaufnahme:

   
   

Das Haus steht derzeit auf Stützen. Die schräge Außenwand ist gesichert. Schritt für Schritt können die maroden Teile des Tragwerks ertüchtigt werden. Der Dachstuhl besteht aus einem originalen Teil und einem etwas abenteuerlich aufgesetzten, deutlich späteren Teil.

 

Dienstleistungen für Industrie und Gewerbe

In der Vergangeheit hat es nicht zu meinem Arbeitsschwerpunkt gehört, weil nachhaltiges Bauen immer noch mehrheitlich im Wohnbau nachgefragt wird. Dennoch gab es interessante Projekte. Heute, vor dem Hintegrund der Klimaziele, sollte dieses Ungleichgewicht doch Vergangeheit sein.

Gerne übernehme ich neben den klassischen Architektenleistungen auch Arbeiten wie Bestands- und Maschinenpläne pflegen und der Gleichen.

Gewerbebetriebe nachhaltig gestalten – die Gebäude betreffend, aber auch die Prozesse – ist eine sehr spannende Aufgabe, planend und beratend. Das Verfahren zum CO2-Fußabdruck nach ISO 14064 halte ich für sehr geeignet, um sich auf den Weg zu machen. Es geht nicht darum von heute auf morgen alles umzukrempeln. Aber irgendwann will der erste Schritt gegangen werden.

Neubau einer Klavierbauwerkstatt – Teil 3

oder warum ich empfohlen hatte, mit Holz zu bauen.

Nachdem mir der Bauherr im April 2019 mitgeteilt hatte, dass das Projekt eingestellt worden sei, bin ich heute zufällig am Ort vorbei gefahren. Offensichtlich ist es nicht eingestellt und es werden genau die Fehler gemacht, die ich vermeiden wollte.

Eine Klavierbauwerkstatt benötigt ein gleichmäßiges Innenranraumklima. Das war eine Grundqualität, die mir ins Pflichtenheft geschrieben wurde. Folglich sind auf keinen Fall feuchte Wände angeraten. Entlang der Wände sollen ja Klaviere stehen. Deswegen hatte ich eine Holzkonstruktion mit besonders feuchtigkeitsausgleichen Baustoffen geplant: Massivholz- oder auch Holzrahmenbau, Holzfaserdämmung, Zellulosedämmung, Lehmputz innen, außen reiner Kalkputz, Kasein- und Silikatfarben.

Was sehen wir jetzt? Winternasses Kalksandsteinmauerwerk, das – so nass wie es ist – mit Polystyroldämmung beklebt wird. Die Wände können nun nur noch nach innen austrocknen. Erfahrungsgemäß dauert das mindestens ein, meistens zwei Jahre. Wenn vor die Wände nun Schränke, Bücherregale oder Klaviere gestellt werden, werden diese feucht. Auch wenn es gerne klein geredet wird, Schimmel ist hier nicht selten. Es spielt dabei auch keine Rolle, dass „wir das immer so machen“.

Wissen Sie, irgendwann ist auch dieses Mauerwerk trocken, aber es ist doch dumm. Die Frage des Geldes spielt hierbei wirklich keine Rolle, wenn man die richtigen Fachleute beteiligt. Damit meine ich nicht nur den beleidigten Architekten (schließlich schulde ich keine Dienstleistung, sondern ein funktionierendes Bauwerk – das mir der Bauherr verhunzt hat), ich rede auch von den handwerklichen „Kollegen“. Es gibt in der Gegend eine Reihe, die es wirklich drauf haben.

Ich bin nicht der Meinung, immer nur strahlende Heldentaten meiner überlegenen Genialität ausposaunen zu müssen. Die Wirklichkeit ist nicht so und lernen kann man daraus auch nichts. Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie zwei, für den Entwurf entscheidende „Details“ bemerken, die sich nicht an den Entwurf halten: Die Einheit des Erkers mit dem eingezogenen Eingang und die Fensterteilung. Was „dem Schuhkarton“ seinen Reiz verleihen sollte, wurde zur proportionslosen Unförmigkeit verändert – wohl bemerkt, ohne das Mitwirken des Architekten. Verehrte Bauherren, es liegt an Ihnen, zur Baukultur beizutragen oder es eben sein zu lassen.

Schade, es hätte eine wirklich schöne Werkstatt werden können.

Zum Teil 2 – Baugenehmigung
Zum Teil 1 – Bauvoranfrage