Was haben Datenbanken und deren Programmierung mit Architektur zu tun? Vordergründig erst einmal nichts. Hintergründig jedoch eine Menge. Der Architekt Christopher Alexander hatte hier eine prägende Rolle, die auch mich und meine Arbeit beeinflusst hat.

Seit den 1990er Jahren programmiere ich immer wieder Datenbankanwendungen für das eigene Büro als auch für andere. Begonnen hat es mit Frage warum bei der Planung eines Gebäudes unterschiedliche, heute noch kaum kompatible, Programme benutzt werden müssen. Baukonstruktion, Bauphysik, Wärmeschutz, Schallschutz, Kostenplanung, Ausschreibung, Bauzeitenplanung hatte mein Büro bearbeitet. Dazu kommen Statik und Brandschutz. Und wie steht es mit den Fragen der Nachhaltigkeit, damals des ökologischen Bauens? In jedem Programm mussten die Basisdaten neu eingegeben werden, die Bauteilaufbauten, Massenberechnungen etc..
Gleichzeitig hatte ich die Bauwelt aus der Sicht des Baustoffhandels gesehen. Hier geht es um Warenwirtschaft und CRM, Customer Relation Management. In meiner Londoner Zeit hatte ich dort, neben anderen Beratungsaufgaben, eine große Datenbank entworfen, die in der Lage ist, alle technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Informationen eines Bauproduktes im Zusammenhang seiner Bestimmung zu verwalten. Das schließt die Warenwirtschaft und die Kundenpflege mit ein.
Mit Hilfe des Objekt orientierten Programierens funktioniert das Entwerfen von Datenbanken analog wie das Bauteil orientierte Entwerfen von Gebäuden – und umgekehrt. Christopher Alexander hat mit seiner „Pattern Language“ einen Grundstein dazu gelegt.
Wir haben damals eines der ersten Programme dieser Art für das Bauwesen entwickelt. Die damala bekannten und weniger bekannten Hersteller von CAD-Programmen für die Architektur waren an unserern Entwürfen nicht interessiert. Heute tut sich die Welt schwer mit der Implentierung von „BIM“, Building Information Management.
Das Thema ist wieder aktuell. Nachhaltiges Bauen benötigt effiziente, einfache Werkzeuge. Aktuell arbeite ich im Rahmen meiner Tätigkeit beim gemeinnützigen Verein altbau plus e.V. an einer Weiterentwicklung in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien.