Archiv der Kategorie: Neubau

Anbau in Holz und Glas

„Kleine feine Räume“ habe ich sie genannt. Auch einfache Anbauten brauchen nicht langweilig sein. Hier ist der Raum teilbar. Danach sind die Fenster, das statische und das Raster des Glasaufbaus gegliedert. Die dahinter liegenden Räume sollen durch den Anbau möglichst wenig verschattet werden. Dennoch darf letzterer nicht überhitzen. Gewählt ist eine Holzkonstruktion mit Holzfaserdämmung, kostengünstig und mit bestem sommerlichen Wärmeschutz. Entlüftungen im Glasdach und außenliegende Verschattungen ergänzen dies. Die Fassade besteht aus Holzfaserplatten, die mit Kalkputz zeilagig verputzt werden. das Flachdach ist begrünt geplant.

  
  

Es ist das Ergebnis sehr unterschiedlicher entwurflicher Gedanken. Noch ist der Anbau nicht ganz fertig. Es folgen die Eigenleistungen des Bauherrn.

 

Handwerklich vorgefertigte Holzkonstruktion, Lehm-Trockenbau und -putz, rollstuhlgereht

Geplant in 1992, fertig gestellt in 1993: ein rollstuhlgerechtes Wohnhaus, konstruiert mit, vom Zimmermann vorgefertigten, Holzrahmenbau-Wandelementen, im Werk gedämmt mit Zellulose-Einblasdämmung für besten winterlichen und ebenso sommerlichen Wärmeschutz.Von außen wirkt das Haus eher schlicht, innen öffnen sich großzügige Räume.

  
  

Verbessert wird das Innenraumklima durch eine massive Lehm-Installationsebene aus trocken gestapelten Lehmsteinen. Die Wände sind mit zweilagigem Lehmputz verputz.

  

Die Eigenleistung der Lehmbauarbeiten hat der Architekt handwerklich unterstützt und die Bauherren gecoacht.

Seit dem wurden alle folgenden Neubauten mit Holz- und Lehmbautechniken realisiert.

 

Neubau einer Klavierbauwerkstatt – Teil 2

Nach dem positiven Bescheid der Bauvoranfrage konnte die Entwurfsplanung konkret für den Bauantrag ausgearbeitet werden. Dabei gab es für dieses einfach, rein zweckmäßige Gebäude ungewöhnlich viele kleine Stoplersteine aus dem Weg zu räumen. Jetzt ist der Bauantrag genehmigt und die Werkplanung, die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten kann beginnen.

    

Noch stehen Poroton-Wände in Konkurrenz mit zwei Massivholz-Bausystemen. Die Decke und das Dach werden ohne Beton als Holzkonstruktion gebaut.

 

Modernisierung eines 60er-Jahre Hauses – Teil 2

Außen fast fertig, von innen schon bewohnt. Hier vorher-nacher-Bilder:

  

Wie schon gesagt, war der ursprüngliche Wunsch eigentlich ein Haus im Bauhaus-Stil.

  

Der nun das Haus prägende, in das Obergeschoss eingeschobene Cubus besteht tatsächlich aus zwei Gauben und einem daran angehängten, freitragenden Anbau über der Garage. Holzbau macht es möglich.

  

 

Bauen im Bestand geht auch in Holz

Das Wohnhaus eines Zimmermanns sollte ein Holzhaus sein. Das Grundstück hier ist ein innerstädtisches in einer gewachsenen Struktur. An drei Seiten muss an die Grundstücksgrenze gebaut werden. Entsprechen hoch sind die Anforderungen des Brandschutz. Üblicherweise werden Brandwände in Mauwerk ausgeführt. Hier jedoch wurde die komplette Konstruktion in Holzständerbau ausgeführt.

Architektonisch sollte sich das neue Haus in den vorhandenen Städtebau einpassen und gleichzeitig als Holzhaus erkennbar sein.

  
  

Links die Baulücke, rechts das neue Haus mit Holzfassade

 

Eine Garage mit Solaranlage

Eine Anekdote aus dem Alltag:

Großes Grundstück, freistehendes Einfamilienhaus (ehemaliges Landarbeiter Haus), freistehende Doppelgarage. Beide Gebäude mit zur Straße giebelständigem Satteldach gleicher Neigung und Deckung. Die Garage ein Neubau, das Haus Bestand. Der Bauantrag seit einigen Wochen eingereicht.

Beim Ortstermin der Herr vom Bauordnungsamt: „Die Garage ist zu groß. Das geht so nicht.“ Architekt: „Wieso, sie ist doch nur 6 x 9 m groß, wie üblich?“ Antwort: „Das Satteldach geht nicht.“ Bauherr: „Auf welcher Grundlage basiert diese Entscheidung?“ Antwort: „Das hat die Baukonferenz entschieden.“ Bauherr: „Verstanden, aber auf welcher Grundlage hat die Konferenz entschieden?“ Antwort: „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es gibt keine. Aber so, wie beantragt, geht es nicht. Denken Sie sich etwas aus.“

Der Architekt hat darauf hin 13 DIN Pläne angefertigt, um den Entwurf mit Satteldach zu begründen. Einige Wochen später erklärte der Herr vom Bauordnungsamt bei einem Telefonat: „Gegen die neuen Gauben im Dach des Hauses können wird nichts machen (ein zweites ein zweites Thema). Gegen das Satteldach auf der Garage können wir auch nichts machen.“ Man achte auf die Wortwahl! Dennoch: Klasse! Sieg! Aber warten wir ab, bis der schriftliche Bescheid kommt.

  

Und übrigens, gemäß der Honorarordnung HOAI, an die Architekten ja gesetzlich gebunden sind, wird dieser Mehraufwand nicht honoriert. Nun könnte man sagen, halte Dich doch einfach an die Regeln. Ja, genau das haben Architekt und Bauherr ja nun von Vorne herein getan, denn es geht immer noch um Architektur und nicht nur um „Häuserbauen“ oder Schuhkartons – auch bei einem an sich so banalen Bauvorhaben.

 

Warum Holzbau?

Nun, da gibt es viele gute Gründe. Lassen Sie mich hier einen, wie ich meine, überzeugenden nennen: Der Holzbau ist trockenes Bauen, auch im Winter. Schauen Sie sich das Bild des Rohbaus aus Kalksandsteinwänden aus dem Dezember an. Man kann gut die starke Durchfeuchtung erkennen. Das gilt besonders für die linke Wetterseite.

  

Kalksandstein ist ein ohne weiteres gutes Material, aber es nimmt bei entsprechend schlechtem Wetter einiges an Wasser auf. In der Regel wird auf das nasse Mauerwerk außen eine Wärmedämmung aus Schaumkunststoffen oder Mineralwollen aufgebracht anstatt auf. Diese werden dann verputzt oder verklinkert. Von innen erfolgt ein Gipsputz. So ist die Feuchtigkeit des Rohbaus perfekt „eingefangen“. Auf gutes Wetter zu warten bzw. auf wieder ausgetrocknetes Mauerwerk ist nur im Sommer möglich. Das ist zwar nicht immer ein Problem, aber wesentlich häufiger als darüber geredet wird. Eine Folge ist die Schimmelanfälligkeit in den ersten zwei Jahren des Neubaus. Eine andere ist die reduzierte Wirkung der so auch durchfeuchteten Wärmedämmung. Die Energieeinsparung und CO²-Reduktion entspricht nicht der Planung und Genehmigung – eine wenig beachtete Tatsache.

  

Der Holzbau in seinen Varianten ist trocken. Auch bei schlechtem Wetter nehmen diese Konstruktionen weniger Wasser auf als Kalksandstein oder Porenbeton, um zwei Beispiele zu nennen. Diffusionsoffenere Baukonstruktionen als die üblichen, oben genannten trocknen im Fall schneller aus. Schimmel ist kaum möglich, die geplanten Wärmedämmwerte werden von Beginn an erreicht.

  

Bei den heute üblichen Dicken der Wärmedämmungen kann man die Frage stellen ob der Massivbau in Form des klassischen, zweischaligen Maurwerks zeitgemäß ist. Ich bevorzuge entweder vorgefertigte Holzständerkonstruktionen, die komplett mit Wärmedämmung und Fassade auf die Baustelle geliefert und sofort wasserdicht montiert werden (im Bild links sind die Wandelemente noch nicht gedämmt), oder den Steko-Holzmassivbau (mittlere Bildreihe) oder, wenn es Mauerwerk sein soll, gut dämmende porosierte Ziegel mit einschaligen Aufbauten. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus kann in Holz innerhalb von einer Woche wetterfest aufgebaut werden. Der Mauerwerksbau mit Betondecken benötigt hierfür einige Wochen.

 

Drei Innenwände

Zur Werkplanung gehört bei mir auch immer ein Bauteilekatalog. Hier werden die Schichtaufbauten bzw. deren Varianten definiert. Darauf basieren die Ausführungspläne und die Kostensteuerung. Bei jedem Projekt gibt es andere Bedingungen. Daher funktioneren „fotokopierte Bauteile“ oder „das machen wir immerso“ selten. Maßschneidern macht die Freunde am Architektenhandwerk aus. Hier zum Beispiel drei Innenwände mit Lehmbaustoffen eines Modernisierungsprojektes:

Altbauwand

Trockenbau für Neubau und Modernisierung

Ständerwand, Leichtlehm, analog zum Fachwerkbau

Mir sind Claytec-Produkte gut bekannt. Sie werden in meiner Nachbarschaft hergestellt (Thema regionale Baustoffe). Es gibt aber natürlich auch andere gute Lehmbauprodukte.

 

Energiesparendes Bauen…

… beginnt bei der Beachtung der Himmelsrichtung und der entsprechenden Sonnenstände. Ein Sonnenstandsdiagramm kann hier entscheidende Eckpfeiler für den Entwurf des Baukörpers geben. Es geht um Wärme und Licht. So wird ein vermeintlich „simpler Anbau“ zu Architektur. Im Beispiel hier wird die Wohnraumerweiterung das bisherige Wohn-Esszimmer verdunkeln. Die Aufgabe ist dies möglichst weit zu reduzieren. Die Zeichnungen sprechen für sich.

  

   

Wenn die Bauform gewählt ist, stellt sich als nächstes die Frage nach der Einfachheit der Konstruktion, um die Kosten im Rahmen zu halten. Kann mit vorgefertigten Wand- und Dachelementen gearbeitet werden? Der Anbau befindet sich hinter dem Haus. Wie kommen sie dahin? Mauerwerk verursacht mehr Baudreck im Garten als eine Holzkonstruktion. Sind Steko-Holzmodule überzeugend? Kann die Außentüre an der Giebelwand angeordnet werden? Dann würde die Schrägverglasung deutlich günstiger?

Bei aller Freude an der Sonne darf der sommerliche Wärmeschutz nicht vergessen werden. Es wird auch die Frage beantwortet werden, wie die hier gewonnen Sonnenwärme dem dahinter liegenden Haus zu Gute kommen kann.

Es sind nicht nur die großen Projekte interessant. Auch „Kleinkram“ will ernst genommen und sorgfälltig bedacht werden. „Kleine feine Räume“ nenne ich das.